Hören wir uns selbst noch zu?
Ein Bekannter erzählte mir einmal, dass er vor einer wichtigen Entscheidung stand. Er sprach mit Kollegen, las Fachartikel und hörte Podcasts. Je mehr Informationen er sammelte, desto unsicherer wurde er.
Schließlich legte er alles beiseite und ging eine Stunde spazieren – ohne Handy, ohne Musik, ohne Ablenkung.
Als wir uns einige Tage später wieder trafen, sagte er:
„Die Antwort musste ich gar nicht suchen. Ich wusste sie eigentlich schon. Ich musste nur endlich wieder auf mich selbst hören.“
Dieser Satz ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Genau daran erinnert mich die Frage:
„Wie finde ich Stille – und was sagt sie mir?“
Wir verbringen viel Zeit damit, Antworten im Außen zu suchen. Wir lesen, hören zu und fragen andere um Rat. Das alles kann hilfreich sein.
Doch manche Antworten finden wir nicht außerhalb von uns.
Sie werden erst hörbar, wenn es still wird.
Stille bedeutet deshalb nicht, dass nichts geschieht. Sie schafft den Raum, in dem wir unsere Gedanken ordnen, Gefühle wahrnehmen und erkennen können, was uns wirklich wichtig ist.
Vielleicht suchen wir die Stille deshalb so selten.
Denn sie konfrontiert uns nicht nur mit Ruhe – sondern auch mit uns selbst.
Die wichtigsten Antworten finden wir nicht immer im Außen. Oft entdecken wir sie in der Stille, wenn wir beginnen, uns selbst wieder zuzuhören.
- Wann haben Sie sich zuletzt bewusst Zeit für Stille genommen?
- Welche Antwort tragen Sie vielleicht längst in sich?
- Was würde sich verändern, wenn Sie sich selbst wieder häufiger zuhören würden?



