Eine Frau reflektiert den bisherigen Verlauf ihres Lebens.

Manchmal erkennen wir unseren roten Faden erst im Rückblick.

Welche Erfahrungen haben Sie zu dem Menschen gemacht, der Sie heute sind?

Vor einigen Jahren erzählte mir eine Teilnehmerin nach einem Seminar, sie habe das Gefühl, ihr Leben bestehe aus lauter einzelnen Puzzleteilen.

Da sei die Zeit, in der sie voller Begeisterung studierte.

Dann die Jahre, in denen die Familie im Mittelpunkt stand.

Ein beruflicher Neuanfang.

Eine schwere Krise.

Ein Umzug.

Ein Verlust.

Und schließlich der Mut, noch einmal etwas völlig Neues zu beginnen.

„Eigentlich“, sagte sie nachdenklich, „passt das alles gar nicht zusammen.“

Ich fragte sie, ob sie bereit wäre, einmal anders auf ihr Leben zu schauen.

Nicht auf das, was nicht funktioniert hatte.

Nicht auf vermeintliche Umwege.

Sondern auf jede einzelne Lebensphase.

Was sie dort gelernt hatte.

Welche Menschen sie geprägt hatten.

Welche Stärken entstanden waren.

Und welche Werte sie bis heute begleiten.

Nach einer Weile lächelte sie.

„Jetzt verstehe ich zum ersten Mal“, sagte sie. „Es war nie ein Durcheinander. Es war eine Reise.“

Dieser Satz ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben.

Oft glauben wir, unser Lebenslauf müsse geradlinig sein.

Doch das Leben verläuft selten gerade.

Es besteht aus Etappen.

Aus Aufbrüchen und Abschieden.

Aus Erfolgen und Enttäuschungen.

Aus Zeiten voller Leichtigkeit und Zeiten, in denen wir wachsen mussten, obwohl wir es uns niemals ausgesucht hätten.

Erst wenn wir einen Schritt zurücktreten, erkennen wir häufig, dass all diese Erfahrungen miteinander verbunden sind.

Dass jede Lebensphase etwas hinterlassen hat.

Eine Fähigkeit.

Eine Haltung.

Eine Erkenntnis.

Oder den Mut, heute Entscheidungen anders zu treffen als früher.

Genau darum geht es in der Methode „Reise durch die Lebensphasen“ aus dem Purpose Finder.

Sie lädt dazu ein, das eigene Leben nicht als Aneinanderreihung einzelner Ereignisse zu betrachten, sondern als zusammenhängende Geschichte.

Denn unser Purpose entsteht oft nicht in einem einzigen Schlüsselmoment.

Er entwickelt sich über viele Jahre hinweg.

Durch Begegnungen.

Durch Herausforderungen.

Durch Entscheidungen.

Und manchmal auch durch Umwege.

Wenn wir beginnen, unsere Lebensgeschichte mit etwas mehr Abstand zu betrachten, entdecken wir häufig einen roten Faden, der schon lange da war – wir konnten ihn nur bisher nicht sehen.

Vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, einmal innezuhalten.

Nicht mit der Frage:

„Wo bin ich falsch abgebogen?“

Sondern mit der viel hilfreicheren Frage:

„Welche Station meines Lebens hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin?“

Vielleicht entdecken Sie dabei etwas, das Sie längst in sich tragen.

Etwas, das Ihnen Orientierung für Ihren nächsten Schritt geben kann.

Fragen zum Nachdenken

  • Welche Lebensphase hat Sie am stärksten geprägt – und warum?
  • Welche Fähigkeiten oder Werte haben Sie gerade in schwierigen Zeiten entwickelt?
  • Wenn Ihr Leben eine Reise ist: Welcher rote Faden zieht sich durch alle Stationen hindurch?
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